Dienstag, 17. September 2013

Anders als geplant



Verkehrte Welt, aber wir haben den Plan.

 Eigentlich sollen wir Unterricht geben, aber manchmal kommt es dann doch anders und wir dürfen die Schulbank drücken.
Unser neuer Lehrer ist 11 Jahre alt, 1,45 groß und vor allem kann er etwas, das wir nicht können – Kannada!
Wir lernen nun also die Zahlen auf Kannada und haben große Schwierigkeiten mit der richtigen Aussprache. Alles klingt sehr ähnlich und die Übersetzung in lateinische Buchstaben mit „Tha“ und „Tha“, für zwei unterschiedliche Laute, will uns nicht recht einleuchten.
Doch mit der Hilfe unserer Mentoren, hoffen wir darauf, irgendwann zumindest die Grundlagen in Kannada zu sprechen.

Unser neuer Lehrer

Ganz deutsch - bis ins letzte Detail geplant!

Damit unser Tag aber nicht nur aus Unterricht bekommen besteht, haben wir nun DEN Plan.
Nach langem Hin- und Her, haben wir einen typisch deutschen Plan erstellt. Im 45 Minuten Takt, geben wir Computerstunden und Englischstunden. Wir haben die 40 Kinder nach einem gut ausgetüftelten System in 4 Gruppen geteilt und ihre Stunden über die 5 Nachmittage ab 17:00 aufgeteilt.
Wir hoffen, dass unser komplizierter Plan von den Kindern angenommen wird und wir nicht allzu oft unvorhergesehen improvisieren müssen. Insbesondere sind wir gespannt, wie wir mit der von Spontaneität geprägten indischen Mentalität klar kommen werden.
Bis ins letzte Detail geplant!
 

Überraschungen gibt es immer wieder!

Wir spielen UNO. Die Pädagogik in diesem Spiel ist offensichtlich: Farben und Zahlen lernen. Danach wollen wir Frösche basteln. Allerdings werden unser Frösche von Tauben abgelöst. Der Unterschied: sie sind lebendig!
Ron* kommt herein, zusammen mit zwei unserer Hostelkinder und hat links und rechts eine weiße Taube in der Hand. Mit „Coming Sir!“ und „Foto Sir!?“ werden wir nach draußen gelotst und bekommen eine Taube in die Hand gedrückt. Nach kritischer Anleitung wie wir die Taube in die Luft werfen sollen, gelingt es uns dem Tier die Freiheit zu schenken.
Die Taube von Prachodana





Robin übt "Taubewerfen"















Die offenen Fragen:
  1. „Woher kommen die Tauben?
  2. „Wie kommt Ron* an die Tauben?“
  3. „Warum kommt er am Nachmittag mit einer dritten Taube zu unserer Zimmertür?“
Wie dem auch sei, die Fragen bleiben ungeklärt!

Danke, für diese gelungene und lustige Überraschung und wir sind gespannt, was uns noch so begegnen wird!


*Name geändert

2 Kommentare:

  1. wie geil is das denn bitte nicci? ich will auch tiere werfen! aber vllt darf ich im februar welche umbringen :) ein paar arme meerschweinchen werden geopfert :D bringst du mir eine taube mit? das wird dann nach einem hamster und einer katze mein naechstes haustier! :D :P

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  2. Sehr schön, der geschilderte Perspektivwechsel mit dem Jungen als Lehrer!

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