Sonntag, 6. Oktober 2013

Einigkeit und Recht und Freiheit



Ein definitv deutscher Apfel...
Einen Tag nach Gandhis Geburtstag, ist es Zeit für ein deutsches Fest.
Der Tag der deutschen Einheit!
Unser heutiges Tagesziel: deutsch kochen, aber was?
Unsere Ansprüche:
1.      möglichst deutsch
2.      unseren Kochqualifikationen entsprechend
3.      genug für 40 Kinder
4.      nicht zu teuer
5.      nicht zu zeitintensiv

Schwierige Vorbereitung

Nach langem Hin und Her fiel unsere Wahl auf Reibekuchen/Kartoffelpuffer.
Punkt 1-4 haben wir damit gut abgedeckt, Punkt 5 – nicht!
Einen Tag vorher, gingen wir los, um 12 Kg Kartoffeln, 2,5 Kg Zwiebeln und 2 Kg  Äpfel zu kaufen. Das Spannende dabei: 12 Kg Kartoffeln sind günstiger als 2 Kg Äpfel!
Unser Gemüsehändler wollte es nicht so richtig glauben und fragte mehrmals nach, ob wir wirklich 12(!) Kg haben wollten.
Unter all dem Gemüse haben wir unsere Zwiebeln liegen lassen. Doch ein freundlicher Inder hat sie uns mit einem Moped hinterhergefahren.
Glück gehabt.
Die Nacht über verliehen die Zwiebeln unserem Zimmer eine ganz besondere Duftnote.
101 Kartoffeln in der Produktion
2,5 KG Zwiebeln dazu!



 

 

 


Wir haben noch nie so lange am Stück in der Küche gestanden!


Um 15:30 ging es dann los. Gemeinsam mit bis zu 8 Kindern und unserer Köchin stürzten wir uns auf das Gemüse.
Insgesamt 105 Kartoffeln, über 40 Zwiebeln und geschlagene 11 Äpfel lagen zum Schnibbeln und Reiben bereit. Nach 2 Stunden waren dann die ersten 10 Reibekuchen fertig.
Aber Suresh* und Rashmi* unsere zwei Kartoffelraspler, waren noch nicht bereit aufzugeben. Doch nicht nur sie, mit ihnen schnitten Robin, unsere Köchin und Ramashim* tapfer viele Kartoffeln und Zwiebeln.
Die etwas speziell (aussehende) Rohmasse

Wir hatten das Braten unterschätzt.

Nico, Kamala* und Ranchia* waren um die richtige Mischung, aus Mehl, Zwiebeln, Kartoffeln, Salz, Pfeffer, Öl und Bratzeit bemüht, als auf einmal unser Mentor in die Küche kam.
Verzweifelt hielt er uns seine Kameraspeicherkarte unter die Nase.
Das Braten lag damit alleine in der Hand von Kamala* und Ranchia*.
Nico musste mit dem erste Hilfe Netbook unter dem Arm retten, was zu retten war.
Die Küchenhoheit hatte inzwischen Kamala*, keine Chance über die Bratzeit zu verhandeln.
Der ist gut!

Drei Stunden später


Wir können servieren. Die Reibekuchen riechen tatsächlich nach Reibekuchen. Leider fehlt das Apfelkompott. Dafür gibt es ein Apfelstück mit einer Deutschlandfahne.
Robin spielt die Nationalhymne auf Trompete und anschließend singen wir.
Wir treffen zwar nicht jeden Ton, aber immerhin singen wir nicht „brüh im Lichte**“.
Anschließend darf gegessen werden. Die Beteuerung „super taste“ klingt für uns unglaubwürdig. Aber wir freuen uns trotzdem, dass die Mühe ankommt!
Guten Appetit!

Nach dem Snack stehen wir noch 1,5 Stunden in der Küche und versuchen den Rest zu Ende zu braten. Schließlich geben wir auf und überlassen unserer Köchin, zwecks Abendbrotvorbereitung, das Feld.
So groß haben wir den 3. Oktober noch nie gefeiert.

Das Fazit des Tages:

Der Rest....
 Die Kinder kennen ein bisschen deutsche Geschichte.
Wir haben viele Glückwünsche zum Tag der deutschen Einheit bekommen.
Wir standen geschlagene 5 Stunden in der Küche.
Robin wird gedanklich in der Nacht weiter Zwiebeln schälen.
Nico hat zuviel Kartoffeln abgeschmeckt, Resultat: Kartoffeln roh sind suboptimal!
Wir haben ca. 4 Kilo Gemüse zuviel gekauft.
Morgen gibt es Zwiebeln mit Kartoffeln für uns!




*Name geändert

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