Samstag, 22. Februar 2014

Uta aita?



In anderen Ländern fragt man „Wie geht’s?“ Hier heißt es: „Hast du gegessen?
Schon in dieser Begrüßungsfloskel wird klar: Essen spielt in Indien eine zentrale Rolle.
Es gibt vier festgeschriebene Essenszeiten pro Tag. Man startet zunächst mit Chai zwischen 7 und 8 Uhr morgens. Anschließend wird etwa um 8:30 gefrühstückt.
Um 11 ist eine Teepause angesagt, manchmal gibt es dazu Kekse (bei Prachodana nur zu besonderen Meetings). Um 13:30 gibt es Mittagessen. Zwischen Vier und Fünf gibt es die sog. „Snacks“ damit verbunden ist in der Regel eine Teepause.
Zum Abschluss gibt es um 20:30 ein Abendbrot, eher ein Abendreis.

Besonders auf Festen, ist das anschließende Essen ein absolutes muss. Wenn es gutes Essen geben soll gehört, so wie wir es erlebt haben, mindestens eine Sorte Fleisch dazu.
Bei Einladungen sollte als höflicher Gast den Teller unbedingt leer essen auch wenn man nicht mehr kann. Hinweise, dass der Magen voll ist, werden belächelt denn es muss zumindest einmal Nachschlag geben. „No problem, you won’t eat dinner tonight“.
Bei einem besonderen Fall wurde uns schon vor Beginn klar gemacht: Dies Schüssel sollen wir doch bitte aufessen.
Einladungen sind allerdings die Ausnahme: in der Regel essen wir in Prachodana nach diesem Plan:



Frühstück
Mittag
Abendessen
Montag
Citrona
Allg: Citrona oder auch lemon rice ist handelsüblicher Reis mit einer würzig/scharfen Gemüsemischung

Robin: Es steht und fällt mit dem Mischverhältnis. Entweder gut würzig oder einfach weißer Reis!
















Anna, Samba, Madjige + Pallia
(Reis mit Soße)

Anna: Reis

Samba: würzige Gemüsesoße, von geschmackslos bis scharf, von einer Kartoffel bis zu fünf verschiedenen Gemüsesorten, Qualtität von „ich hab Hunger“ bis „es schmeck richtig gut!“

Pallia: Täglich ein anderes Gemüsecurry die Identifizierung der Sorten gestaltet sich als schwierig. Gemüsenamen auf Kannada können wir einfach nicht!

Madjige: Unser Nachtisch. Nach dem Teller Reis mit Samba und Pallia gibt es einen zweiten Teller Reis mit einer Wasser-Salz-Buttermilch Mischung. Sieht aus wie Milchreis, schmeckt aber nur mit ausreichend Salz.





Anna, Samba, Muday

Muday(Raghiball): Dieser Ball aus Fingerhirse kann alles („very healthy“, „low costs“, „vitamin A, D“, “proteins”) und vor allem macht er stark. Das erzählt man uns zumindest so. Auf jeden Fall ist er voll mit Kohlenhydraten!
Geschmacksintensiv ist allerdings nicht, die Samba und der Glaube können Berge versetzen….

Dienstag

Cordubu
Allg: Ein aus kochendem Reis gerollter Ball(mit der Zeit härten die Hände ab), der in einer scharfen Soße mit Gemüse(Samba) serviert wird,
Nico: Die Konsistenz des  Balls ist teilweise mit altem Marzipan zu vergleichen. Ist er allerdings weich, dann schmeckt er ausgezeichnet!
Mittwoch

Palau
Allg: Ein gelber Gemüsereis der mit einer Art Buttermilch(Masaru) gemischt wird.
Robin: Mit Masaru DAS Früchstück. Geht die Milch aus, kann es ziemlich trocken werden.

Heute gibt es als Vorspeise Paissa.
Paissa ist eine indische Süßspeise gemischt aus Milch, Nudeln, Rosinen, Cashewkernen, Kadamom und viel Zucker.
Donnerstag

Opit:
Allg: Ein gelber Griesbrei mit Gemüsestücken, insbesondere Bohnen und Karotten
Nico: Die gängige Übersetzung im Hostel und in ganz Karnataka, “concrete”(dt. Beton), sagt alles….
Ein gekochtes Ei.
Als besonders extra gibt es heute Abend ein gekochtes Ei. Manchmal gibt es zusätzlich Fried Egg, eine Art Rührei.
Freitag
Poliogare:
Allg: Poliogare ist handelsüblicher Reis mit einer würzig/scharfen Gemüsemischung einziger uns auffallender Unterschied zu Citrona: Erdnüsse
Robin: Den Unterschied zu Citrona kennt niemand. Fragt man Zwei, bekommt zwei verschiedene Antworten. Auch hier ist die Mischung essentiell!







Siehe Montag/Dienstag

Samstag

Rothi:
Allg: Ein aus Reispulver und Zwiebeln bestehender Pfannkuchen der häufig zusammen mit Rothkohl gegessen wird.
Nico: Ein echter Gegensatz zum deutschen Pfannkuchen. Zwiebeln und Rothkohl, statt Zucker und Zimt!
Sonntag
Idly:
Allg: Ein aus Reispulver, Kokosnuss und Dalpulver bestehendes weißes Ufo etwa handflächengroß. Mit Samba oder einem scharfen Chutney aus gemahlener Kokosnuss.
Robin: Das Lieblingsessen unserer Kinder. Mit gutem Chutney oder geschmacksintensiver Samba durchaus nachzuvollziehen!

Chickensamba
Statt der typischen Samba wird heute ein zerhacktes Huhn gekauft und komplett in der Samba gekocht. Es ist wie Lotto: Vom Filet bis zum Fuß ist alles drin!

Unser Fazit: Nach 6 Monaten lernt man den Reis zu schätzten. Gibt es ihn einen Tag nicht, fehlt etwas. Auch die Schärfe ist Gewöhnungssache. Inzwischen können wir schärfer essen als unser Mentor. Sehr zur Belustigung unseres restlichen Staffs.

Brot mit Marmelade vs Reis mit Citrona:
Oft haben wir uns die Frage gestellt, was wir lieber mögen. Hier in Indien fehlt uns das Brot nicht, aber ob wir uns in Deutschland an ein „Mittagessen“ zum Frühstück gewöhnen könnten?

Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag



Freitag
Samstag
 
Sonntag
Mittags
Mittags die Zweite
Die abendliche Kraftnahrung!



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