Dienstag, 31. Dezember 2013

350 Kinder, ein Ziel: Die Karl Kübel Trophy 2013

Viele Kinder - viele Preise


Bereits im vierten Jahr findet im Karl Kübel Institute for Development Education(KKID) in Coimbatore die sogenannte Karl Kübel Trophy statt.
Bei diesem Event treten die Kinder verschiedener Kinderheime in unterschiedlichen Wettbewerben gegeneinander an.
Ebenfalls dabei: 15 Kinder aus Prachodana.


Eine der Disziplinen ist Volleyball. Die Kinder wettbewerbstauglich zu machen ist unsere Aufgabe. Im Gespräch erwähnen wir, dass wir ein Volleyballnetz brauchen und fragen wo wir dies denn anlegen können. Als wir vom Zwischenseminar zurückkommen, steht auf der Wiese neben dem Kinderheim ein Volleyballfeld. Komplett selbstgebaut von unseren Kindern. Wir fragen uns: Bedurfte es wirklich nur diesen kleines Anstoßes?
Ab sofort wird jeden Tag, auch selbständig, Volleyball und Throwball trainiert.

Das selbstgebaute Volleyballnetz


Da wir von indischen Tänzen und Gesängen keine Ahnung haben, fragen wir uns, was wir sonst noch so tun können. Schließlich fahren wir nach Hassan und kaufen Stoff, Farbe und Kabelrohrstangen. Unserer Meinung nach gehören zu einem Sportwettkampf auch Support und Fans. Gemeinsam mit den Kindern nähen und malen wir Fahnen, bemalen ein altes Sonnenblumen-Ölfass als Trommel und dichten Stadionlieder auf Prachodana um.

Damit ihr uns hoeren koennt!


Gut gerüstet geht es ins KKID. Trophäe wir kommen!
Bereits bei der Anfangszeremonie stechen wir heraus. Wir sind die kleinste Gruppe und auf 5 Kinder kommt eine Fahne. Auf die übrigen 290 keine einzige.
Bevor es losgeht, kommt Madhou (der Mentor der Kinder) auf uns zu: „Wir müssen Kinder ummelden!“ Das „Wir“ von dem er spricht heißt Robin und Nico. Auf Nachfrage bei den Organisatoren erfahren wir, dass die Teilnehmer vor zwei Monaten in endgültige Listen eingetragen werden sollten. Wir denken zurück, vor etwa zwei Wochen wurden unsere Kinder aufgeteilt. Irgendetwas passt da nicht. Dies macht sich auch im weiteren Verlauf des Tages bemerkbar. Offensichtlich haben andere NGO’s den selben Fehler begangen.
Durch die vielen Ummeldungen stimmt der sorgfältig ausgearbeitete Plan nicht mehr. Ein Chaos und kopflos von Wettkampf zu Wettkampf hetzen ist die Folge. Durch die Fehler bei der Anmeldung sitzen einige Kinder weinend am Rand, weil sie für ihre Wettkämpfe nicht gemeldet wurden. Beeindruckend ist die Reaktion der Organisatoren, die keine Mühe scheuen den Plan noch einmal umzuändern, sodass jedes Kind das Event genießen kann. „Wir machen die KKTrophy für die Kinder, nicht für uns!“, erklärt uns unsere Chef-Mentorin Malathi.

Eins, Zwei UND Drei!


In den kommenden 2,5 Tagen wird gesungen, getanzt, gemalt, gerannt, Seil gesprungen, Reden werden vorgetragen, Gedichte geschrieben und vieles mehr. Nachdem sich am ersten Tag die lange Busfahrt durch die Nacht (8 Stunden von Hassan nach Coimbator) deutlich in den Leistungen unserer Kinder bemerkbar macht, läuft es am zweiten Tag deutlich besser. So gewinnen wir das Finale im Throwball, am nächsten Tag folgt der Sieg im Volleyball.

Hopp, hopp!


Nach 3 vollen Tagen mit wenig Schlaf, vielen Wettbewerben einigen Siegen und Niederlagen kommt es zur Entscheidung.
Welche Organisation wird dieses Jahr die Karl Kübel Trophy gewinnen?
Misstrauisch schielen wir zu unseren beiden Mitfreiwilligen Anna und Vivienne aus Vikasana (Verlinkung) herüber. Da wir die beiden einzigen Teams aus dem Bundesstaat Karnataka sind, gehört eine gewisse Rivalität einfach dazu – zumindest unter uns Freiwilligen.
Jede Disziplin bekommt einen einzelnen Preis und es gibt die Ehrung für den besten Spieler des Turniers. Dieser kommt aus Prachodana!
Schließlich verkündet Dr. Nathan der Direktor des KKID die Gewinner der Karl Kübel Trophy 2013.
Er beginnt mit dem vierten Platz, SOS - ein Kinderheim aus Tamilnadu.
Der dritte Platz geht ebenfalls an ein Tamil-Kinderheim.
Schließlich verkündet er den zweiten Platz, Vikasana!
Wir bekommen Angst, sollten wir das Prestigeduell verloren haben? Waren die Siege in den Gruppenspielen doch nicht ausreichend?
Als echte Erleichterung verkündet er schließlich den Sieger:
Es ist Prachodana! Nun heißt es kollektives Ausrasten!
Als krönenden Abschluss können wir am Ende unseren gelernten Prachodana Song mit voller Begeisterung schreien!

Hip Hip Hurra!


Glücklich aber erschöpft steigen wir in den Bus, es geht zurück durch die Nacht nach Hassan.
Danke an das Team vom KKID und die vielen Helfer für dieses geglückte Event. Wir hoffen, dass die Karl Kübel Trophy nächstes Jahr wieder so ein Highlight für die Kinder wird!

2 Kommentare:

  1. Das ist ja grandios. Nicht nur die Leistung eurer kids - auch die Haltung der Organisatoren. "Wir machen das für die Kinder - nicht für uns" . Welch ein Jahresausklang! Chapeau!

    AntwortenLöschen