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| Viele Kinder - viele Preise |
Bereits im vierten Jahr
findet im Karl Kübel Institute for Development Education(KKID) in Coimbatore
die sogenannte Karl Kübel Trophy statt.
Bei diesem Event treten
die Kinder verschiedener Kinderheime in unterschiedlichen Wettbewerben
gegeneinander an.
Ebenfalls dabei: 15 Kinder
aus Prachodana.
Eine der Disziplinen ist
Volleyball. Die Kinder wettbewerbstauglich zu machen ist unsere Aufgabe. Im
Gespräch erwähnen wir, dass wir ein Volleyballnetz brauchen und fragen wo wir
dies denn anlegen können. Als wir vom Zwischenseminar zurückkommen, steht auf
der Wiese neben dem Kinderheim ein Volleyballfeld. Komplett selbstgebaut von
unseren Kindern. Wir fragen uns: Bedurfte es wirklich nur diesen kleines
Anstoßes?
Ab sofort wird jeden Tag,
auch selbständig, Volleyball und Throwball trainiert.
Da wir von indischen
Tänzen und Gesängen keine Ahnung haben, fragen wir uns, was wir sonst noch so
tun können. Schließlich fahren wir nach Hassan und kaufen Stoff, Farbe und
Kabelrohrstangen. Unserer Meinung nach gehören zu einem Sportwettkampf auch
Support und Fans. Gemeinsam mit den Kindern nähen und malen wir Fahnen, bemalen
ein altes Sonnenblumen-Ölfass als Trommel und dichten Stadionlieder auf
Prachodana um.
Gut gerüstet geht es ins
KKID. Trophäe wir kommen!
Bereits bei der
Anfangszeremonie stechen wir heraus. Wir sind die kleinste Gruppe und auf 5
Kinder kommt eine Fahne. Auf die übrigen 290 keine einzige.
Bevor es losgeht, kommt
Madhou (der Mentor der Kinder) auf uns zu: „Wir müssen Kinder ummelden!“ Das „Wir“
von dem er spricht heißt Robin und Nico. Auf Nachfrage bei den Organisatoren erfahren
wir, dass die Teilnehmer vor zwei Monaten in endgültige Listen eingetragen
werden sollten. Wir denken zurück, vor etwa zwei Wochen wurden unsere Kinder
aufgeteilt. Irgendetwas passt da nicht. Dies macht sich auch im weiteren
Verlauf des Tages bemerkbar. Offensichtlich haben andere NGO’s den selben
Fehler begangen.
Durch die vielen
Ummeldungen stimmt der sorgfältig ausgearbeitete Plan nicht mehr. Ein Chaos und
kopflos von Wettkampf zu Wettkampf hetzen ist die Folge. Durch die Fehler bei
der Anmeldung sitzen einige Kinder weinend am Rand, weil sie für ihre
Wettkämpfe nicht gemeldet wurden. Beeindruckend ist die Reaktion der
Organisatoren, die keine Mühe scheuen den Plan noch einmal umzuändern, sodass
jedes Kind das Event genießen kann. „Wir machen die KKTrophy für die Kinder,
nicht für uns!“, erklärt uns unsere Chef-Mentorin Malathi.
In den kommenden 2,5 Tagen
wird gesungen, getanzt, gemalt, gerannt, Seil gesprungen, Reden werden
vorgetragen, Gedichte geschrieben und vieles mehr. Nachdem sich am ersten Tag
die lange Busfahrt durch die Nacht (8 Stunden von Hassan nach Coimbator)
deutlich in den Leistungen unserer Kinder bemerkbar macht, läuft es am zweiten
Tag deutlich besser. So gewinnen wir das Finale im Throwball, am nächsten Tag
folgt der Sieg im Volleyball.
Nach 3 vollen Tagen mit
wenig Schlaf, vielen Wettbewerben einigen Siegen und Niederlagen kommt es zur
Entscheidung.
Welche Organisation wird
dieses Jahr die Karl Kübel Trophy gewinnen?
Misstrauisch schielen wir
zu unseren beiden Mitfreiwilligen Anna und Vivienne aus Vikasana (Verlinkung)
herüber. Da wir die beiden einzigen Teams aus dem Bundesstaat Karnataka sind,
gehört eine gewisse Rivalität einfach dazu – zumindest unter uns Freiwilligen.
Jede Disziplin bekommt
einen einzelnen Preis und es gibt die Ehrung für den besten Spieler des Turniers.
Dieser kommt aus Prachodana!
Schließlich verkündet Dr.
Nathan der Direktor des KKID die Gewinner der Karl Kübel Trophy 2013.
Er beginnt mit dem vierten
Platz, SOS - ein Kinderheim aus Tamilnadu.
Der dritte Platz geht
ebenfalls an ein Tamil-Kinderheim.
Schließlich verkündet er
den zweiten Platz, Vikasana!
Wir bekommen Angst,
sollten wir das Prestigeduell verloren haben? Waren die Siege in den
Gruppenspielen doch nicht ausreichend?
Als echte Erleichterung
verkündet er schließlich den Sieger:
Es ist Prachodana! Nun
heißt es kollektives Ausrasten!
Als krönenden Abschluss
können wir am Ende unseren gelernten Prachodana Song mit voller Begeisterung
schreien!
Glücklich aber erschöpft
steigen wir in den Bus, es geht zurück durch die Nacht nach Hassan.
Danke an das Team vom KKID
und die vielen Helfer für dieses geglückte Event. Wir hoffen, dass die Karl
Kübel Trophy nächstes Jahr wieder so ein Highlight für die Kinder wird!






Wow! Respekt!
AntwortenLöschenDas ist ja grandios. Nicht nur die Leistung eurer kids - auch die Haltung der Organisatoren. "Wir machen das für die Kinder - nicht für uns" . Welch ein Jahresausklang! Chapeau!
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