| Der Childline Jeep steht bereit! |
Hallo, dieser Blog ist Teil des Weltwärtsjahrgangs 2013. Hier berichten Nicolas und Robin regelmäßig über die Erfahrungen in ihrem Weltwärtsprojekt "Prachodana".
Dienstag, 4. Februar 2014
Childline 1098 - ausschließlich für das Wohl des Kindes?
Dienstag, 21. Januar 2014
Tagesablauf in der Brückenschule
6:30: Zwei
Kinder schleppen einen Eimer voller Essensreste zum Garten, es gibt Frühstück
für die Kuh.
06:45: Unser
Direktor melkt die Kuh, jeden Morgen und Abend gibt die Kuh 4 Liter Milch.
Gleichzeitig
gibt es eine Yoga-Stunde für die anderen Kinder.
07:00: Alle
Kinder versammeln sich in der Traininghall zum Morgengebet.
07:15: Es
wird geputzt, gelernt und bei der Frühstücksvorbereitung mitgeholfen.
08:30: Zum Frühstück gibt es meistens Reis mit
würzig-scharfer Beilage oder Soße.
09:00: Die Kinder bereiten sich auf die Schule vor:
Haare kämmen und mit Kokosnussöl stylen, Affenschaukeln flechten, Schuluniformen
anziehen, Krawatten binden und Ranzen packen.
09:30: Die Kinder gehen zur Schule.
Von
nun an haben wir etwas Zeit für Büroarbeit. Wir planen unseren Unterricht für
den Abend, schreiben Texte für die Website von Prachodana, erledigen kleinere
Fotografien für unseren Direktor, überarbeiten Berichte für die NGO und
überlegen uns die nächsten Aktivitäten für die Kinder.
Ab 16:15: Die Kinder kommen zurück, jetzt ist
Freizeit angesagt Volleyball, Kricket oder im Kinderheim
rumturnen.
rumturnen.
17:45: Es gibt eine Kleinigkeit zu Essen und eine
Kelle Milch, von unserer Kuh Gauri.
18:00: Zeit für das Abendgebet in der Traininghall
18:15: Jetzt heißt es Lernen: Hausaufgaben werden
gemacht und die Kinder bekommen Unterricht von den Lehrern und uns.
20:30: Zeit zum Abendessen
21:00: Die „High
School“ Schüler bekommen weiterhin Unterricht.
Die
Grundschulkinder gehen jetzt schlafen.
22:00: Das Kinderheim schläft!
Wir haben vor geraumer Zeit in Video über den Tagesablauf der Kinder in Prachodana erstellt. Hier
geht es zum Tagesablauf von Mohan Raja und Yamuna, eine Verlinkung zur Website von Prachodana: unser Tag in Prachodana .
(letztes Update 26.05.2014)
Dienstag, 31. Dezember 2013
350 Kinder, ein Ziel: Die Karl Kübel Trophy 2013
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| Viele Kinder - viele Preise |
Bereits im vierten Jahr
findet im Karl Kübel Institute for Development Education(KKID) in Coimbatore
die sogenannte Karl Kübel Trophy statt.
Bei diesem Event treten
die Kinder verschiedener Kinderheime in unterschiedlichen Wettbewerben
gegeneinander an.
Ebenfalls dabei: 15 Kinder
aus Prachodana.
Samstag, 21. Dezember 2013
„Tanzende Weihnachtsmänner, 24 Stunden Weihnachtslieder, 40x Jingle Bells“
4. Dezember abends: Wir
sitzen in unserem Zimmer. Der Räuchermann räuchert, der Adventskranz brennt, Stollen
und Plätzchen liegen zum Verzehr bereit. Wir wollen es heute ruhig angehen
lassen und gucken einen Film. Der zweite Film in 4 Monaten.
Dieses Jahr müssen wir den
Advent komplett selber gestalten: Adventskalender und Adventsandacht mit den
Kindern, Weihnachtslieder üben als special activity und der leuchtende
Adventskranz im Zimmer.
Doch es kam alles anders.
Sonntag, 8. Dezember 2013
Vertraut und trotzdem immer wieder aufs Neue überraschend
Ich stehe an einem Stand auf dem Markt in Hassan. Eine Frau
bietet allerlei Krimskrams an. Während meinen vergeblichen Versuchen, den Preis
zu vermitteln, stellt sich plötzlich ein fremder Mann zu mir und legt mir
seinen Arm auf die Schulter. Er fragt, wo ich herkomme. Als er herausfindet,
dass ich ein paar Wörter Kannada spreche, gerät er nahezu in Ekstase. Er
schreit über den ganzen Markt auf Kannada: „Hey, er spricht Kannada, er spricht
Kannada!“ Nun bekomme ich immer mehr Shoppingbegleitung. Mit Hilfe meiner neuen
Berater erfahre ich dann schließlich auch den Preis. Dann werde ich zu einem
Obststand gebeten. Man schenkt mir eine Banane. An einem anderen Stand bekomme
ich einen Apfel. Ich bedanke mich und verabschiede mich in Richtung
Bushaltestelle. Wieder einmal bin ich völlig perplex.
Nach mehr als 3 Monaten in Indien ist Vieles Alltag
geworden. Das morgendliche Fußballspielen mit indischen Jugendlichen, die
Kirche am Sonntag mit unserem Direktor und unser täglicher Papaya- und
Kekskauf. Zu den Mahlzeiten kommen wir wie selbstverständlich mit unseren
Blechtellern in die Dininghall, lassen uns Reis geben und setzen uns zu den
Kindern auf den Boden. Das Herumalbern mit Madhou und den Kindern, der
abendliche Unterricht, alles ist mir vertraut. Und immer dann, wenn ich mich
dabei ertappe zu denken, ich habe das Leben in Indien, in Hassan oder zumindest
in unserer näheren Umgebung verstanden, dann passieren solche Situationen wie
auf dem Markt. Mir wird klar, dass ich niemals auch nur ansatzweise alles
verstehen werde. Dieses Land, ja alleine schon Hassan bietet immer wieder so
viele Überraschungen und Besonderheiten. Fast jeden Tag lerne ich irgendetwas
Neues. Sei es die Vergangenheit eines unserer Kinder, die mir vor Augen führt,
wie nichtig meine Kindheitssorgen doch im Vergleich zu ihren scheinen. Dann bin
ich immer wieder aufs Neue beeindruckt wie unbeschwert sie spielen und lernen.
Oder, dass die Christen hier 40 Tage lang nach dem Tod eines Verwandten kein
Fleisch essen und am 40.Tag dann ein großes Fest feiern. Doch ich lerne nicht
nur, ich bekomme auch immer wieder meine Vorurteile, die trotz Ablehnung im
Unterbewusstsein blieben, eindrucksvoll wiederlegt. Beispielsweise habe ich meine
Kamera in einem kleinen Chailaden liegen lassen. Anstatt sie einzustecken und
mit dem Verkauf sein kleines Gehalt etwas aufzubessern, trug der Besitzer mir
sie auf die Straße hinterher.
Vieles ist alltäglich und vertraut geworden, aber vieles
bleibt auch neu. Diese vielen kleinen Momente ermahnen mich immer wieder, nicht
alles als selbstverständlich hinzunehmen. Und trotz oder gerade wegen dieser
vielen Überraschungen und Besonderheiten, denke ich, als wir vom
Zwischenseminar zurückkommen und die Straße zum Kinderheim hinuntergehen: „Du
bist zurück zu Hause.“
Robin
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